Fotos/Clips Literatur
Infobrokerage Soziologie Politik Kontakt/ImpressumAuch wenn der Höhepunkt der
Finanzmarktkrise mittlerweile als unterschritten gilt, so war und ist
neben der akuten Bewältigung dieser Krise zunehmend eine Diskussion über
notwendige Reformen in Gang gekommen. Diese betreffen so unterschiedliche
Bereiche wie Bankenaufsicht, Eigenkapitalerfordernisse, teilweise bzw. zeitweise
Verstaatlichungen, neue Vergütungssysteme für Management und Vertrieb, Haftung
und Schadenersatz bei Verlusten, Verbraucherschutz und Verbraucheraufklärung
bezüglich Finanzprodukten. Dringend erforderlich ist eine schonungslose
interdisziplinäre Aufarbeitung von Ursachen und Wirkungen dieser Krise - sowohl
durch Praktiker als auch durch Wissenschaftler, um Lobbyisteneinflüsse so gering
wie möglich zu halten.
Einer der entscheidenden
Punkte dieser Krise war, dass Verlauf und Dauer nie exakt prognostiziert
werden konnten. Wesentliche Ursache hierfür war (und ist), dass die Gesamtsumme
des entstandenen Schadens, sprich der Kapitalvernichtung, und die Fälligkeit der
jeweiligen "Abschreibungen" immer nur geschätzt werden können (im Herbst
2009 wurde von mindestens 4 Billionen Dollar ausgegangen). Erst wenn die
Banken ihre Bilanzen vollständig bereinigt haben, kann mit einer definitiven
Überwindung dieser Krise gerechnet werden. Bis dahin wird die öffentliche
Diskussion über z.B. Deflation / Inflation weitergehen (sei es als Widerspruch,
sei als zeitliche Abfolge). Diese würden eine weitaus größere Bedrohung und
Wohlstandsvernichtung bedeuten als die bisherigen Börsenverluste.