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Christian Gülich

Finanzmarktkrise seit 2007

Auch wenn der Höhepunkt der Finanzmarktkrise mittlerweile als unterschritten gilt, so war und ist neben der akuten Bewältigung dieser Krise zunehmend eine Diskussion über notwendige Reformen in Gang gekommen. Diese betreffen so unterschiedliche Bereiche wie Bankenaufsicht, Eigenkapitalerfordernisse, teilweise bzw. zeitweise Verstaatlichungen, neue Vergütungssysteme für Management und Vertrieb, Haftung und Schadenersatz bei Verlusten, Verbraucherschutz und Verbraucheraufklärung bezüglich Finanzprodukten. Dringend erforderlich ist eine schonungslose interdisziplinäre Aufarbeitung von Ursachen und Wirkungen dieser Krise - sowohl durch Praktiker als auch durch Wissenschaftler, um Lobbyisteneinflüsse so gering wie möglich zu halten.

Einer der entscheidenden Punkte dieser Krise war, dass Verlauf und Dauer nie exakt prognostiziert werden konnten. Wesentliche Ursache hierfür war (und ist), dass die Gesamtsumme des entstandenen Schadens, sprich der Kapitalvernichtung, und die Fälligkeit der jeweiligen "Abschreibungen" immer nur geschätzt werden können (im Herbst 2009 wurde von mindestens 4 Billionen Dollar ausgegangen). Erst wenn die Banken ihre Bilanzen vollständig bereinigt haben, kann mit einer definitiven Überwindung dieser Krise gerechnet werden. Bis dahin wird die öffentliche Diskussion über z.B. Deflation / Inflation weitergehen (sei es als Widerspruch, sei als zeitliche Abfolge). Diese würden eine weitaus größere Bedrohung und Wohlstandsvernichtung bedeuten als die bisherigen Börsenverluste.

 
Eine der wichtigsten Grundgedanken für Finanzmarktreformen ist deshalb Nachhaltigkeit, nicht im ökologischen Sinne, sondern als Ausrichtung des Handelns aller Akteure an der lang- und nicht mehr nur kurzfristigen Steigerung der Unternehmenswerte. Sozialwissenschaftliche Forschungsfragen zur Aufarbeitung dieser Krise habe ich in einem eigenen Arbeitspapier zusammengefasst: "Greed kills": zu den Lehren aus der Weltfinanzkrise (Februar 2009). Weitere Analysen mit sehr Zur Frage von Deflation oder Inflation als mögliche langfristige Folge der Finanzmarktkrise: unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen und Perspektiven finden sich bei folgenden Tagungen bzw. Einrichtungen:

- WirtschaftsWoche vom 25.5.2009
- Die Zeit vom 18.6.2009
- Friedrich-Ebert-Stiftung: WiSo direkt, Ausgabe Juni 2009.

Diese Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird je nach Aktualität und Qualität ergänzt.
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